Wenn Verhalten zur Botschaft wird
Kinder besser verstehen lernen / Fachtag der Kita-Teams des BWMK im Brockenhaus Hanau
Im digitalisierten Zeitalter haben sich auch Familienstrukturen und das Erleben von Kindheit verändert. Mediale Impulse und oftmals nicht kindgerechte Kommunikationsformen wirken und sind teilweise auch Ursache dafür, dass Kinder ihre Überforderung ausdrücken. Im Brockenhaus in Hanau trafen sich die Kita-Teams des Verbunds „Steps“ im BWMK zu einem intensiven Fachtag rund um das Thema „Herausforderndes Verhalten von Kindern“.
Vertreterinnen und Vertreter aus dem gesamten Verbund – der Kita Zauberwald in Maintal, der Kita Sternenfänger in Schlüchtern, der Kita Regenbogenland in Linsengericht-Altenhaßlau, der Kita Am Limes in Großkrotzenburg, der Kita Waldhüpfer in Wächtersbach und der Kita Sophie-Scholl in Hanau kamen zusammen, um sich gemeinsam weiterzubilden und neue Impulse für ihren Alltag zu gewinnen. „Solche Fachtage finden regelmäßig statt, um den Dialog untereinander zu fördern und gute Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass alle Kinder aus ihrem Weg individuell unterstützt und begleitet werden können“, erklärte Stefanie Eckhardt, Leiterin des Steps-Verbunds.
Geleitet wurde der Tag von Referentin Agnes Tausch, die mit ihrer lebendigen und anschaulichen Art schnell eine offene und motivierende Atmosphäre schuf. Von Beginn an wurde deutlich: Herausforderndes Verhalten ist kein isoliertes Problem des Kindes, sondern immer auch im Kontext der Beziehung und der Umgebung zu betrachten.
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Selbstreflexion der pädagogischen Fachkräfte. Welche Signale sende ich als Erwachsener? Wie wirke ich auf das Kind – durch meine Stimme, meine Haltung, meine Worte? Und wie kann ich das Kind gerade in schwierigen Momenten bestmöglich unterstützen? Diese Fragen zogen sich wie ein roter Faden durch den Tag.
Auch Gespräche untereinander spielten eine wichtige Rolle. „Diese Art von Erfahrungsaustausch ist sehr wichtig“, betonte Erzieher Christoph Koch, der in der Kita Sternenfänger Schlüchtern arbeitet. „Es geht darum, den eigenen Blickwinkel zu verändern, sich selbst zu reflektieren und im Team von anderen zu lernen.“
Besonders eindrücklich waren die zahlreichen praxisnahen Impulse. So wurde etwa hervorgehoben, wie wichtig es ist, Kindern Handlungsspielräume zu eröffnen. Anstatt starre Vorgaben zu machen, können Fachkräfte einen klaren Rahmen setzen, innerhalb dessen Kinder eigene Entscheidungen treffen dürfen. Dadurch erleben sie Selbstwirksamkeit und fühlen sich ernst genommen, anstatt unter Druck zu stehen. „Wir bekommen viel fachlichen Input, den man gut im Alltag umsetzen kann“, freute sich Kerstin Buchmann, die in der Kita Zauberwald tätig ist.
Auch die Bedeutung von Körpersprache wurde intensiv beleuchtet. Wie wirkt eine angespannte Haltung? Was signalisiert eine ruhige, offene Körperhaltung? Und wie verändern sich Kommunikation, Stimme und Ausdruck? In vielen praktischen Übungen konnten die Teilnehmenden diese Aspekte direkt erleben und reflektieren. Dabei wurde spürbar, wie stark nonverbale Signale das Verhalten von Kindern beeinflussen können.
Der Fachtag bot nicht nur wertvolles Wissen, sondern auch Raum für gemeinsames Lernen. Die Teilnehmenden gingen mit vielen konkreten Ideen und einem geschärften Blick für ihre eigene Rolle zurück in ihre Kitas. „Wir sind gut gerüstet, um herausfordernde Situationen künftig noch sicherer und einfühlsamer zu begleiten“, resümierte Carina Kablanow aus der Kita Regenbogenland Altenhaßlau.
