Eine Küche, die Menschen verbindet
Kulinarik Main-Kinzig mit mehr als 100 Gästen eröffnet / Bis zu 4000 Essen täglich / Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung
Eine Küche ist selten nur ein Raum zum Kochen. Sie erzählt etwas über die Kultur einer Gesellschaft: darüber, welchen Stellenwert gutes Essen hat, wie sorgfältig mit Ressourcen umgegangen wird und wie sie Menschen vereint. Die neue Kulinarik Main-Kinzig der Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service GmbH in Linsengericht-Altenhaßlau erhebt genau diesen Anspruch. Mit dem symbolischen Banddurchschnitt eröffneten Geschäftsführerin Mareike Meister und Betriebsleiterin Stefanie Röder eine Zentralküche, die Qualität, Regionalität und Teilhabe miteinander verbinden will.
Mehr als 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren zur Eröffnung in die Baumschulenstraße 6 gekommen. Der Anlieferungshof war für diesen Anlass kaum wiederzuerkennen. Weiße Pavillons, Olivenbäumchen und mediterrane Dekoration verliehen dem Gelände eine sommerliche Leichtigkeit. 
Rund 1800 Quadratmeter umfasst die Zentralküche mit ihren Produktions- und Kühlräumen, Büros und Umkleidebereichen. Auch technisch ist alles auf modernstem Stand: Beeindruckend sind unter anderem die großen, programmierbaren Garkessel, die bis zu 360 Liter fassen, oder die Gemüsewaschmaschine.
Künftig können in der Kulinarik Main-Kinzig bis zu 4000 Essen täglich zubereitet werden. „Der Bedarf an verlässlicher Versorgung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Ebenso wie der Anspruch an Qualität, Frische und Regionalität“, berichtet Betriebsleiterin Stefanie Röder. Zielgruppen der Zentralküche sind neben Schulen und Kitas auch Seniorenheime und andere soziale Einrichtungen.
Die Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service GmbH, ein Tochterunternehmen des BWMK, bringt dafür langjährige Erfahrung mit. Bereits heute werden mehr als 25 Schulen im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau täglich mit Mittagessen und Zwischenversorgung beliefert.
Ihr Selbstverständnis fasst die Kulinarik Main-Kinzig in einem knappen Leitsatz zusammen: „Deckel drauf. Qualität drin.“ Die stilisierte Speisehaube als Markenzeichen verweist bewusst auf klassische Kochkunst. „Entscheidend ist, dass das Essen schmeckt und aus frischen, möglichst regionalen Zutaten hergestellt wird“, unterstreicht Röder. Der Slogan stehe für eine Küche, die handwerkliche Qualität mit den Anforderungen zeitgemäßer Gemeinschaftsverpflegung verbinden wolle.
Hochwertige Verpflegung und gesellschaftliche Teilhabe
Auch Geschäftsführerin Mareike Meister rückte weniger das Gebäude als dessen Aufgabe in den Mittelpunkt. Die neue Küche stehe nicht nur für hochwertige Verpflegung, sondern ebenso für gesellschaftliche Teilhabe. Rund 30 Mitarbeitende werden hier künftig tätig sein – selbstverständlich auch Menschen mit Behinderung. Eine hochwertige Dienstleistung zu erbringen und gleichzeitig soziale Verantwortung zu übernehmen seien dabei keine Gegensätze, sondern Teil desselben Konzepts.
Der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Uwe Häuser (CDU), der Landrat Thorsten Stolz vertrat, verwies auf den steigenden Bedarf an leistungsfähigen Verpflegungsstrukturen. Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung werde die Versorgung von Schulen zu einer zentralen Zukunftsaufgabe. Gleichzeitig wachse die Nachfrage in Kindertagesstätten, Pflegeheimen und sozialen Einrichtungen.
Linsengerichts neuer Bürgermeister Markus Betz (CDU) bezeichnete die Ansiedlung der Kulinarik als Gewinn für die Gemeinde. Das Projekt zeige, dass moderne Arbeitsabläufe selbstverständlich von Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam gestaltet werden können.
Architekt Christoph Rack wiederum lenkte den Blick auf den Entstehungsprozess. Bauen und Kochen, sagte er, folgten ähnlichen Prinzipien: Beide verlangten Präzision, hochwertige Zutaten beziehungsweise Materialien und das sorgfältige Zusammenspiel vieler einzelner Elemente. Erst wenn alles ineinandergreife, entstehe ein überzeugendes Ergebnis.

Dank an Betriebsleiterin Stefanie Röder und den kaufmännischen Leiter Artur Kusai
Dank galt den Menschen hinter dem Projekt. Mareike Meister würdigte insbesondere Betriebsleiterin Stefanie Röder und den kaufmännischen Leiter Artur Kusai, die die Planungs- und Bauphase maßgeblich begleitet hatten. Blumen und Geschenke waren Ausdruck dieser Anerkennung. Das gesamte Küchenteam, das geschlossen in grünen Poloshirts auftrat, erhielt mit einem Augenzwinkern für den Energieschub im Arbeitsalltag einen Kaffeeautomaten sowie ein „Naschglas“ mit Süßigkeiten.

Wie die Kulinarik ihren Qualitätsanspruch versteht, ließ sich anschließend bereits probieren. Kichererbsensalat, sommerliche Tortilla, frisch gebackenes Brot, hausgemachte Aufstriche, feine Desserts und weitere Leckereien bildeten eine Kostprobe dessen, was künftig täglich tausendfach ausgegeben werden soll: handwerklich zubereitete Gemeinschaftsverpflegung.
Der eigentliche Erfolg der neuen Küche wird sich allerdings nicht an ihrer Architektur oder an ihrer technischen Ausstattung messen lassen. Entscheidend wird sein, ob sie den Spagat schafft, den sie sich selbst vorgenommen hat: mehrere tausend Mahlzeiten pro Tag zu produzieren und dabei den Anspruch an Frische, Regionalität und handwerkliche Qualität einzulösen.
