BWMK komplettiert Geschäftsführung
Georg Forchmann kommt zum 1. Januar 2027 / Erfahren und gut vernetzt in der Sozialwirtschaft
Die BWMK gGmbH stellt ihre Führungsspitze neu auf. Zum 1. Januar 2027 tritt Georg Forchmann in die Geschäftsführung des Sozialunternehmens ein. Der 36-Jährige wird gemeinsam mit Mareike Meister das operative Geschäft führen. Mit seiner Berufung ist die Geschäftsführung wieder komplett – und das BWMK setzt zugleich ein Signal für die weitere strategische Entwicklung der Unternehmensgruppe.

Georg Forchmann Mareike Meister
Forchmann kommt von den Werraland Lebenswelten in Eschwege, deren geschäftsführender Alleinvorstand er seit 2019 ist. Sein dortiges Vorstandsmandat wird er mit reduziertem Verantwortungsbereich fortführen. Johannes Knöfel übernimmt zum Jahresbeginn 2027 die operative Verantwortung für zentrale Bereiche der Werraland Lebenswelten.
Mit Forchmann gewinnt das BWMK eine Führungskraft, die sozialwirtschaftliche Erfahrung mit einem ausgeprägten betriebswirtschaftlichen Hintergrund verbindet. Bei den Werraland Lebenswelten trägt er bislang die Gesamtverantwortung für einen Komplexträger mit rund 650 Beschäftigten und fünf Tochtergesellschaften. In seine Amtszeit fallen die strategische Weiterentwicklung des Leistungsportfolios, der Umbau von Führungs- und Entscheidungsstrukturen sowie zahlreiche Investitions- und Organisationsprojekte. Die Werraland Lebenswelten bescheinigen ihm eine erfolgreiche fachliche, organisatorische und wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens sowie eine nachhaltige Stärkung seiner wirtschaftlichen Grundlagen.
Forchmann hat Physik an der Universität Innsbruck und Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Unternehmensführung an der Technischen Universität München studiert. Bevor er 2019 nach Eschwege wechselte, war er über fünf Jahre bei der Diako Thüringen unter anderem als Fachbereichskoordinator, Prokurist und Referent der Geschäftsführung tätig. Dort verantwortete er unter anderem die kaufmännisch-technische Leitung von neun Werkstattstandorten für mehr als 800 Menschen mit Behinderungen.
Vernetztes Sozialunternehmen
Seit seiner Gründung vor mehr als 50 Jahren hat sich das BWMK zu einem Sozialunternehmen entwickelt, das heute an mehr als 60 Standorten in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis aktiv ist. Das BWMK bietet Menschen mit Behinderungen Beratung und Begleitung, Bildung, Arbeit und vielfältige Wohnmöglichkeiten.
Zur BWMK-Gruppe gehören inzwischen acht Tochterunternehmen, fünf davon sind Inklusionsbetriebe. Seit Januar 2026 ist das BWMK zudem Hauptgesellschafterin der Beschäftigungsgesellschaft des Vereins Lichtblick. In Seligenstadt betreibt das BWMK somit auch das Klostercafé und das Hotel Elysee. Dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam.
Hinter diesem Prozess steht ein Anspruch, der über die Entwicklung einzelner Dienstleistungen hinausgeht: Angebote sollen sich an veränderten Bedürfnissen orientieren und zugleich zeigen, wie gesellschaftliche Teilhabe konkret funktionieren kann. Das betrifft die Arbeitswelt ebenso wie Wohnen, Bildung, Freizeit und das Leben im Sozialraum.
„Wir wollen die Zukunft weiterhin mit Mut gestalten und mit unseren Initiativen und Angeboten konkrete Beispiele dafür geben, wie das Miteinander unterschiedlicher Menschen gelingen kann – in der Arbeitswelt ebenso wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen“, sagt Geschäftsführerin Mareike Meister. „Mit Georg Forchmann gewinnen wir einen Kollegen, der unternehmerische Erfahrung, wirtschaftliche Kompetenz und ein sehr gutes Verständnis der Sozialwirtschaft miteinander verbindet.“
Vielfalt und Verantwortung
Meister gehört seit 2021 dem damaligen Vorstand des BWMK an. Zuvor hatte sie seit der Gründung 2013 die inklusive Sophie-Scholl-Schule des BWMK in Hanau geleitet. Seit der Umwandlung des BWMK vom Verein in eine gemeinnützige Gesellschaft führt sie das Sozialunternehmen als Geschäftsführerin. Diese Funktion übte sie gemeinsam mit Martin Berg aus, der seine Tätigkeit für das Sozialunternehmen im vergangenen März beendete.
Mit Forchmann ist die Geschäftsführung nun wieder auf zwei Personen angelegt. Aufsichtsrat und Führungsteam des BWMK verbinden damit ausdrücklich den Anspruch, wirtschaftliche Stabilität und fachliche Weiterentwicklung zusammenzudenken. Die Aufgaben werden gleichberechtigt wahrgenommen.
Forchmann kennt das BWMK bereits aus der Zusammenarbeit in Fachgremien und Verbänden. Er beschreibt sein Verständnis von Geschäftsführung als „gestaltende, vernetzende und verantwortungsbewusste Rolle“. Die Sozialwirtschaft stehe vor erheblichen Veränderungen – von neuen Anforderungen der Kostenträger über den Fachkräftemangel bis zur Digitalisierung und zum Einsatz künstlicher Intelligenz.
Dabei versteht er seine neue Aufgabe nicht allein als betriebswirtschaftliches Mandat. „Ich möchte meine Talente und meine Erfahrung dafür einsetzen, das BWMK weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Menschen gute Möglichkeiten für Teilhabe zu gestalten“, sagt Forchmann. „Mich reizt die Aufgabe, ein großes und vielfältiges Sozialunternehmen mit Mareike Meister, dem Führungsteam und den Kolleginnen und Kollegen in die nächste Entwicklungsphase zu führen.“
Dass er dabei auch den Werraland Lebenswelten verbunden bleibt, ist bewusst Teil des Übergangs. Dort soll Forchmann weiterhin vor allem betriebswirtschaftliche Themen und die strategische Entwicklung begleiten. Zugleich eröffne seine neue Aufgabe Möglichkeiten, bestehende Netzwerke und die Zusammenarbeit beider Sozialunternehmen stärker miteinander zu verbinden.
Für das BWMK beginnt damit zum Jahreswechsel weniger ein personeller Neustart als die nächste Etappe einer Entwicklung, die das Unternehmen seit Jahrzehnten prägt: „Strukturen verändern sich, Angebote kommen hinzu, gesellschaftliche Anforderungen sind im Wandel. Der Kern der Aufgabe bleibt derselbe – Menschen mit Behinderungen Möglichkeiten zu eröffnen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und selbstverständlicher Teil der Gesellschaft zu sein“, so Mareike Meister.
