Wo sich Teilhabe und Genuss verbinden
Bistro im Schloss Meerholz eröffnet / Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung
Es gibt Projekte, die weit mehr sind als ein Bauvorhaben. Das neue Bistro im Schloss Meerholz ist eines davon. Was vor einiger Zeit als Idee in einer Zukunftswerkstatt entstanden war, ist nun Wirklichkeit geworden: In den historischen Gewölberäumen seitlich des zentralen Eingangstors hat das BWMK in Zusammenarbeit mit dem Team der Pflegeeinrichtungen Schloss Meerholz ein Lokal eröffnet, das Genuss, Begegnung und die gemeinsame Arbeit von Menschen mit und ohne Behinderung verbindet.
„Der Ursprung dieses Traums liegt schon eine ganze Weile zurück und wir mussten manche Hürde nehmen“, sagte Andrea Behrens, Geschäftsführerin der Pflegeeinrichtungen Schloss Meerholz, bei der Begrüßung der Gäste. Umso größer sei ihre Freude, dass einige Mitglieder der einstigen Zukunftswerkstatt die Eröffnung nun miterleben konnten.
Auch Clarissa Graz, Theologische Vorständin des Evangelischen Vereins für Innere Mission Frankfurt, machte deutlich, welche Bedeutung das neue Bistro für den Standort hat. „Wir sind unendlich froh und dankbar, dass wir mit dem BWMK als Betreiber genau den richtigen Partner gefunden haben. Sie füllen diesen Traum ab heute mit echtem Leben, mit Herzlichkeit und mit spürbarer Begeisterung. Und so wird dieses Schlosscafé zu einem gelebten Statement für Inklusion und Teilhabe.“

Gerade die Gastronomie biete ideale Möglichkeiten, Arbeits- und Qualifizierungsangebote zu eröffnen, betonte BWMK-Geschäftsführerin Mareike Meister. „Von Anfang an haben wir uns gegenseitig inspiriert und gemeinsam daran gearbeitet, neue Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu schaffen“, sagte sie mit Blick auf die gelungene Kooperation. Die Mitarbeitenden seien auf diese Weise ganz selbstverständlich wirksamer und aktiver Teil des öffentlichen Lebens. Unter dem Dach der Marke Lili Catering betreibe das BWMK mittlerweile vier Cafés zwischen Hanau und Schlüchtern sowie die Kantine in der Agentur für Arbeit der Grimm-Stadt.
Viele Beteiligte haben daran mitgearbeitet, dass aus einem Traum nun ein einladender Ort geworden ist. Die Rednerinnen würdigten den Einsatz der Bauverantwortlichen sowie der Handwerkerinnen und Handwerker, durch den die historischen Gewölberäume behutsam in ein modernes Café verwandelt wurden. Ein Dank ging auch an das Gastro-Team unter Leitung von Benjamin Ming, das die Gäste künftig umsorgen wird.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Bistro empfängt seine Gäste in zwei miteinander verbundenen Räumen. Mauvefarbene Sitzpolster, modernes Mobiliar und eine Theke mit farbenfroher Rückwand setzen bewusst einen zeitgemäßen Kontrast zu den historischen Mauern. So entsteht eine Atmosphäre, die gleichermaßen gemütlich und stilvoll wirkt.
Auch Gelnhausens Bürgermeister Christian Litzinger hob die Bedeutung des Schlosses für die Region hervor. Schloss Meerholz sei ein Kleinod und ein Ort, der mit seinen Veranstaltungen Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenbringe. Diese Vielfalt sei ein Gewinn für die gesamte Stadtgesellschaft.
Einen besonderen Akzent setzte Pfarrerin Katharina Ufholz, die als Seelsorgerin in Schloss Meerholz tätig ist. Sie überreichte einen Haussegen in Form eines kleinen Holzhäuschens, das künftig seinen Platz im neuen Bistro finden wird.
Wie gut Genuss und Gemeinschaft zusammenpassen, zeigte sich schließlich beim gemeinsamen Anschnitt einer Himbeertorte. Bürgermeister Christian Litzinger, Mareike Meister, Andrea Behrens und Clarissa Graz eröffneten das Bistro im Schloss damit ganz offiziell und verteilten die Torte an die Gäste.
Künftig werden im neuen Lokal von Mittwoch bis Sonntag, jeweils von 9 bis 17 Uhr, Frühstück, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen angeboten.
Überdies gibt es eine kleine Auswahl an Produkten aus dem BWMK, die sich als Geschenke oder für persönliche Verwöhnmomente eignen. Zu finden sind Porzellantassen mit Kunstmotiven, frische Bio-Eier, Gebäck sowie handgerösteter Kaffee – als eigens kreierte “Schlossmischung”.
Das Café bietet 22 Sitzplätze im Innenbereich. In den Sommermonaten lädt darüber hinaus der malerische Innenhof des Schlosses dazu ein, bei einer Tasse Kaffee oder einem Stück Kuchen zu verweilen. “Das neue Bistro ist mehr als ein gastronomischer Treffpunkt: Es ist ein Ort der Begegnung – und ein sichtbares Zeichen dafür, wie Inklusion mitten in der Gesellschaft gelingen kann”, so Clarissa Graz.
