Werkstatt ist mehr als ein Ort

Vertreterinnen des islamischen Vereins Hanau besuchen anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen die Steinheimer Werkstätten

Suna Bölge, Hümeyra Oruç, Birgül Özdemir, Annika Weber und Michael Bothar (von links) in den Steinheimer Werkstätten

Dass Werkstätten für Menschen mit Behinderung mehr sind als reine Arbeitsorte, erfuhren drei junge Frauen vom islamischen Verein Hanau. Sie besuchten anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember die Arbeitsbereiche für Industriemontage der Steinheimer Werkstätten.

„Werkstätten stellen nicht nur Teilhabe am Arbeitsleben sicher, sie bieten auch Begleitung und passgenaue Qualifizierung auf dem gesamten Weg durch die Arbeitswelt“, erläuterte Abteilungsleiter Michael Bothar. Das heißt: Im Sinne der beruflichen Rehabilitation werden Menschen individuell gefördert und dabei unterstützt, ihre Talente zu entdecken und Fähigkeiten zu schulen.
Zum Beispiel gibt es ein umfangreiches Kurssystem zur beruflichen Fort- und Weiterbildung, das vom Gabelstapler-Lehrgang bis hin zum Umgang mit Konflikten im Arbeitsumfeld sowohl fachpraktische, als auch soziale Fähigkeiten vermittelt. Annika Weber, Personalreferentin Begleitung, erklärte den Besucher:innen, dass großer Wert auf die Beteiligung der Menschen gelegt werde. „Zum Beispiel finden regelmäßig Gespräche statt, in denen die Mitarbeitenden ihre Ziele und Lernwünsche äußern. Gemeinsam legen wir dann fest, mit welchen Schritten wir diese Ziele erreichen können.“

Werkstatt als System von Leistungen
„Wir verstehen Werkstatt als System von Leistungen, das auch außerhalb unserer vier Wände Anwendung findet“, so Michael Bothar. Menschen mit Behinderung würden beispielsweise auch in Praktika oder bei Übergängen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützt und begleitet. Bei einem Rundgang durch die Produktionshalle der Steinheimer Werkstätten in der Otto-Hahn-Straße 9 bis 11 kamen die Gäste mit Mitarbeitenden ins Gespräch und wurden über die einzelnen Arbeitsschritte informiert. Im Bereich Industriemontage werden beispielsweise für ein regionales Maschinenbau-Unternehmen Fettpressen in unterschiedlichen Ausführungen gefertigt. Ein Arbeitsprozess, der in verschiedenen Schritte unterteilt ist, damit jede/r Mitarbeitende sich einbringen kann. Auch das gehört zu den Aufgaben es BWMK-Teams: Arbeit so zu organisieren, dass Menschen mit Behinderungen eingebunden werden und sich als kompetent und wirksam erfahren können.
Im Sinne des Dialogs der Kulturen und eines Beitrags zur Begegnung und zum Miteinander in unserer Gesellschaft bietet der islamische Verein Hanau mit Sitz in der Gärtnerstraße 30 zahlreiche Aktivitäten an – beispielsweise Sport, Vorträge und Ausflüge. Ziel ist es unter anderem, das Verständnis zwischen deutschen und türkischen Bürger:innen zu fördern und Brücken zwischen den Religionen zu bauen.
„Es liegt in der Verantwortung von  uns allen, dass wir gut in unserer Gesellschaft zusammenleben können“, erklärte Birgül Özdemir, die für soziale Aktivitäten in der Frauenjugendabteilung des Vereins zuständig ist.

Zurück

//Voicereader