Nachruf Heinrich Heck

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Manche Menschen hinterlassen Spuren, ohne je den Vordergrund zu suchen. Heinrich Heck war ein solcher Mensch. Mit ruhiger Autorität, feinem Humor und unbestechlicher Sorgfalt gehörte er über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten des BWMK. Er war keiner, der große Worte machte. Er hörte zu, stellte kluge Fragen und erinnerte stets daran, worum es eigentlich ging: Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben inmitten der Gesellschaft zu ermöglichen. Für sein Wirken und seine bleibenden Verdienste gilt ihm tiefer Dank.

Als 1974 das BWMK gegründet wurde, war der Weg alles andere als vorgezeichnet. Die hessische Gebietsreform schürte Ängste, drei Lebenshilfe-Vereine mussten zusammenfinden, unterschiedliche Interessen miteinander versöhnt werden. Heinrich Heck erlebte diese Anfänge aus nächster Nähe. Später erzählte er mit leisem Schmunzeln, vieles sei ihm damals zunächst wie „böhmische Dörfer“ erschienen. Doch rasch erkannte er, dass aus unterschiedlichen Perspektiven nur dann etwas Dauerhaftes entstehen konnte, wenn Vertrauen wichtiger wurde als Besitzstand.
Aus dieser Überzeugung heraus übernahm er Verantwortung und gestaltete mit:
Von 1980 bis 1993 wirkte er als Vorsitzender der Lebenshilfe Hanau. Er übernahm das Amt, nachdem Johannes Steubner 1980 an die Spitze des BWMK gewechselt war.
1993 gab Heck den Vorsitz der Lebenshilfe Hanau an Doris Peter ab und wurde selbst Vorsitzender des BWMK.

Mit hohem Anspruch an Qualität und großer Verlässlichkeit begleitete er die Entwicklung des BWMK – als Vorsitzender des Vorstands und später als Ehrenvorsitzender. Er dachte langfristig, argumentierte sachlich und verlor auch in kontroversen Diskussionen nie den Respekt vor seinem Gegenüber. Entscheidungen mussten Bestand haben, nicht Beifall finden.

Unter seiner Mitwirkung entwickelte sich aus den ersten Werkstätten und Unterstützungsangeboten ein zukunftsgewandtes Sozialunternehmen mit aktuell rund 60 Standorten in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis. Das BWMK unterstützt Menschen mit Behinderungen heute in nahezu allen Bereichen – von früher Förderung über Bildung, Wohnen und Arbeit schafft es vielfältige Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. In Anerkennung seiner großen Verdienste bekam Heinrich Heck 2008 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Dass Entwicklung niemals Stillstand bedeutet, wusste Heinrich Heck bis zuletzt. Als Ehrenvorsitzender erlebte er 2023 die Umwandlung des BWMK vom Verein in eine gemeinnützige GmbH – einen wichtigen Schritt, um das gewachsene Sozialunternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Im Jubiläumsjahr 2024 blickte er gemeinsam mit den Zeitzeugen Walter Emmerich und Landrat a. D. Karl Eyerkaufer in einem viel beachteten Interview auf fünf Jahrzehnte BWMK zurück.

Mit Heinrich Heck verliert das BWMK einen Mitgestalter seiner Geschichte und einen Menschen, dessen Haltung die Organisation nachhaltig geprägt hat. Sein Vermächtnis liegt nicht allein in Strukturen oder Entscheidungen, sondern in der Überzeugung, dass gesellschaftlicher Fortschritt dort entsteht, wo Menschen Verantwortung übernehmen – leise, beharrlich und mit Respekt vor jedem Einzelnen.

Sein Satz aus dem Jubiläumsinterview bleibt deshalb wie ein Vermächtnis: „…eine Organisation, auf deren Entwicklung ich mit Stolz blicke, weil sie individuell auf Menschen mit Behinderung eingeht und deren Fähigkeiten fördert.“

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