Kulinarik Main-Kinzig öffnet Ende Juli
Heinzelmännchen bieten moderne Gemeinschaftverpflegung / Frische, Regionalität und soziale Verantwortung als Leitbild
Wenn Ende Juli die ersten Töpfe auf den Herd kommen, beginnt im Main-Kinzig-Kreis ein Projekt, das weit über die reine Essensversorgung hinausreicht. Mit der Eröffnung der Kulinarik Main-Kinzig geht am 31. Juli 2026 in Linsengericht-Altenhaßlau eine moderne Zentralküche in Betrieb, die Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenheime, Kantinen und weitere Einrichtungen mit frischen, ausgewogenen Mahlzeiten versorgen wird. Schritt für Schritt wird anschließend der Betrieb hochgefahren – mit einem klaren Ziel: bis zu 4000 Essen täglich.
„Deckel drauf. Qualität drin“, lautet das Motto für das Versorgungskonzept, symbolisiert durch die Glosche, jene klassische silberne Speisehaube der gehobenen Gastronomie. Das Kulinarik-Team stellt damit handwerkliches Kochen und frische, hochwertige Zutaten in den Mittelpunkt. „Was unter dem Deckel serviert wird, soll nicht nur satt machen, sondern überzeugen – geschmacklich, ernährungsphysiologisch und organisatorisch“, betont Bereichsleiterin Stefanie Röder. Daher seien auch Zertifizierungen für nachweisliche Bio-Qualität sowie nach Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Vorbereitung.
Auf rund 1800 Quadratmetern sind in der Baumschulenstraße 6 in Altenhaßlau nach rund anderthalb Jahren Bauzeit moderne Arbeits-, Kühl-, Wirtschafts- und Büroräume entstanden. Künftig werden dort etwa 30 Mitarbeitende tätig sein, darunter auch Menschen mit Behinderung. Betrieben wird die Kulinarik Main-Kinzig von der Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service GmbH, einem Tochterunternehmen des BWMK.

Der Innenausbau nähert sich der Zielgeraden.
Die Heinzelmännchen können dabei auf umfangreiche Erfahrung zurückgreifen: Seit mehr als zwei Jahrzehnten organisieren sie Gemeinschaftsverpflegung und beliefern inzwischen mehr als 25 Schulen in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis täglich mit frischen Mahlzeiten und ausgewählten Snacks. „Die neue Zentralküche bündelt dieses Know-how und schafft zugleich die Voraussetzungen, um auf die wachsende Nachfrage nach verlässlicher, qualitativ hochwertiger Gemeinschaftsverpflegung zu reagieren“, berichtet Röder.
Frisch gekochtes Essen aus möglichst vielen regionalen Zutaten
Im Mittelpunkt des Konzepts steht frisch gekochtes Essen mit möglichst vielen Zutaten aus regionaler Erzeugung. Die Speisepläne orientieren sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und sollen eine ausgewogene, zeitgemäße Ernährung ermöglichen. Gleichzeitig setzt die Kulinarik Main-Kinzig auf Flexibilität. Kunden können einzelne Komponenten bedarfsgerecht kombinieren. So lässt sich beispielsweise ein Hauptgericht bestellen, während Beilagen vor Ort selbst zubereitet werden. Dieses modulare System schafft Freiräume für unterschiedliche Anforderungen und Organisationsformen.
Für Qualität und Geschmack sorgt nach Bekunden des Kulinarik-Teams zudem das sogenannte Cook-and-Chill-Verfahren. Die Speisen werden frisch gekocht, anschließend schonend heruntergekühlt und erst kurz vor der Ausgabe erwärmt. „Dadurch bleiben Nährstoffe, Aromen und Konsistenz weitgehend erhalten – ein Verfahren, das sich in der modernen Gemeinschaftsverpflegung zunehmend etabliert hat“, erklärt Charlina Babylon, die als Ernährungswissenschaftlerin in der Kulinarik daran arbeitet, Gesundheit und Genuss zusammenzubringen.


Bereichsleiterin Stefanie Röder (Foto 1), Küchenleitung Nicole von der Lehr und ihre Stellvertreterin Laura Hildebrand sowie
Ernährungswissenschaftlerin Charlina Babylon (Foto 3) bereiten die Inbetriebnahme vor.
„Unser gemeinsames Ziel ist es, dass wir Essen zubereiten, das zugleich schmackhaft ist und Energie liefert. Dazu braucht es gute Lebensmittel und ein motiviertes Team“, erklärt Küchenleiterin Nicole von der Lehr. Der Anspruch gehe dabei weit über die Produktion großer Mengen hinaus. Entscheidend sei, die unterschiedlichen Erwartungen von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen sowie Seniorinnen und Senioren im Blick zu behalten. „Das funktioniert, wenn man die Menschen fragt, wie es ihnen schmeckt.“
Die neue Zentralküche sei Ausdruck eines gesellschaftlichen Selbstverständnisses, das wirtschaftliches Handeln und soziale Verantwortung miteinander verbindet. Für das BWMK gehöre beides untrennbar zusammen, erklärt Geschäftsführerin Mareike Meister.
Soziale Verantwortung und hochwertige Dienstleistungen für die Menschen der Region
„Das BWMK und seine Tochterunternehmen bieten viele unterschiedliche Dienstleistungen. Dabei geht es immer darum, Menschen mit Behinderungen Perspektiven zu eröffnen und ihnen zu ermöglichen, aktiver Teil der Gesellschaft zu sein – natürlich auch in der Arbeitswelt“, betont Meister. „Gleichzeitig nehmen wir unsere Verantwortung als Mitgestalter des sozialen Miteinanders wahr und schaffen Angebote wie die Kulinarik Main-Kinzig, um passende Lösungen für gesellschaftliche Nachfrage zu finden und den Menschen in der Region eine gute und verlässliche Option der Gemeinschaftsverpflegung zu bieten.“
Die Kulinarik Main-Kinzig verstehe sich damit als mehr als eine Zentralküche, so Meister. „Sie ist Versorgerin, Arbeitgeberin und regional verankerte Partnerin zugleich. In einer Zeit, in der die Anforderungen an Gemeinschaftsverpflegung stetig steigen – von Ernährungsqualität über Nachhaltigkeit bis hin zu verlässlicher Logistik –, setzt das Projekt auf eine Verbindung aus professionellen Strukturen und kulinarischem Anspruch.“
Für Stefanie Röder und Team spiegelt sich der Grundgedanke von Kulinarik Main-Kinzig in der Glosche. „Unter dem Deckel steckt nicht nur ein Essen, sondern ein Versprechen. Frisch gekocht, verantwortungsvoll hergestellt und mit dem Anspruch serviert, jeden Tag ein Stück Lebensqualität auf den Tisch zu bringen. Deckel drauf. Qualität drin.“
