Kontinuität im Kloster

BWMK gGmbH steigt als Hauptgesellschafterin in die Beschäftigungs-GmbH des Förderkreises "Lichtblick" e.V. ein / Betrieb von Café und Hotel in Seligenstadt

In der ehemaligen Benediktinerabtei in Seligenstadt befindet sich das Regio-Museum und das Klostercafé.

Das Klostercafé in Seligenstadt ist eine Institution. Im altehrwürdigen Gemäuer der ehemaligen Benediktinerabtei im historischen Stadtkern sorgen Menschen mit und ohne Behinderung für das Wohl ihrer Gäste. Seit über 20 Jahren betreibt die Beschäftigungs-GmbH des Förderkreises „Lichtblick“ e.V. das Gastro-Unternehmen, zu dem auch der Veranstaltungsbereich „Lichtblick-Events“ und seit 2011 auch das Hotel Elysee in der Ellenseestraße gehört. Um eine weiterhin stabile Entwicklung zu ermöglichen, ist die BWMK gGmbH nun als Hauptgesellschafterin eingestiegen.

Ein entsprechender Vertrag zwischen „Lichtblick“ und BWMK wurde Anfang November 2025 unterzeichnet. Für Lichtblick-Gründerin Johanna Wurzel ist dies ein Schritt in Richtung sichere Zukunft: „Die erfolgreiche Weiterführung eines Inklusionsunternehmens zeigt sich darin, dass wirtschaftlicher Erfolg und menschliche Würde gemeinsam wachsen.“ Beide Gesellschafter engagierten sich stark dafür, die Arbeitswelt inklusiver zu gestalten und entsprechende Möglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderungen zu schaffen.
Der Förderkreis Lichtblick wurde 1995 von Eltern von Kindern mit Behinderung gegründet und hat aktuell rund 200 Mitglieder, davon 73 Menschen mit Behinderung. „Ziel ist es, dass jeder Mensch mit Behinderung entsprechend seinen Fähigkeiten in den verschiedenen Lebensbereichen Arbeiten, Wohnen und Freizeit die Möglichkeit erhalten soll, selbstbestimmt, voller Selbstvertrauen und mit Lebensfreude leben und arbeiten zu können“, heißt es seitens des Förderkreises.
Gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft zu ermöglichen – das ist eine Aufgabe, der sich auch das BWMK seit 1974 stellt und seither ein Netzwerk geschaffen hat, das Menschen mit Behinderungen dabei unterstützt, ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen und aktiver Teil des sozialen Miteinanders zu sein.



Gastronomie ist in der BWMK-Gruppe ein stark gewachsenes Berufsfeld
Um möglichst viele Optionen der beruflichen Entwicklung zu eröffnen, hat das BWMK ein System aus Werkstätten, Inklusionsbetrieben und weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Ein wichtiges Berufsfeld ist auch die Gastronomie. „Dieses Arbeitsumfeld bietet Menschen mit Behinderung viele Chancen der fachlichen und persönlichen Entwicklung“, erklärt Martin Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung der BWMK gGmbH. „Durch den direkten Kontakt mit Kund:innen und Gästen entstehen viele wichtige Impulse. Die Mitarbeitenden erleben sich als kompetent und anerkannt – das stärkt das Selbstbewusstsein und den Mut, auch neue Aufgaben anzugehen.“ Daher habe das BWMK unter dem Markennamen „Lili Catering“ seine Gastronomie-Betriebe kontinuierlich erweitert. Dazu zählen das Café Lili Marleen in Gelnhausen, das Bistro am Obertor in Schlüchtern, das Café im Brockenhaus Hanau, die Tagesbar im Stadthof sowie die Kantine in der Agentur für Arbeit der Grimm-Stadt. Das BWMK-Tochterunternehmen Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service-GmbH betreibt überdies die Kantine im Main-Kinzig-Forum Gelnhausen und stellt die Verpflegung an 25 Schulen im Main-Kinzig-Kreis sicher.


Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderungen erhalten und ausbauen
„Wir möchten unsere Erfahrungen auf dem Gastro-Sektor gern einbringen und Menschen mit und ohne Behinderungen gute berufliche Perspektiven bieten“, unterstreicht Jens Ramsperger, der seitens des BWMK die Betriebsleitung in Seligenstadt übernommen hat. Zurzeit beschäftigt er sich mit Belegungszahlen, Dienstplänen und Kalkulationen, um einen Überblick über den Betrieb zu gewinnen. Eine wichtige Botschaft: „Die für 2026 geplanten Veranstaltungen werden umgesetzt. Wir sind bereits im Dialog mit der Theatergruppe und den weiteren Akteur:innen“, berichtet Ramsperger. Die Veranstaltungen im historischen Winterrefektorium, dem ehemaligen Speisesaal der Benediktiner, seien bei der Bevölkerung sehr beliebt und schnell ausgebucht.

Seligenstädter Regio-Museum wird ebenfalls betrieben
Heute ist das Kloster im Besitz des Landes Hessen. Der Landkreis Offenbach hat die Räumlichkeiten an den Förderkreis „Lichtblick“ untervermietet. Neben der Gastronomie beherbergt die Abtei auch das Seligenstädter Regio-Museum, dessen Rezeption ebenfalls von Mitarbeitenden der „Lichtblick“ GmbH betrieben wird. „Im Gesamtbetrieb arbeiten 45 Beschäftigte, davon haben etwa 35 Prozent eine Schwerbehinderung“, berichtet Ramsperger. Das Team kümmert sich auch um die Gäste des Hotels Elysee, einen ehemaligen Familienbetrieb in der Ellenseestraße 45, der 2011 von „Lichtblick“ übernommen wurde. Das Hotel garni verfügt über 25 Doppel- und Einzelzimmer in verschiedenen Kategorien. Selbstverständlich sind auch barrierefreie Unterkünfte verfügbar. „Vorwiegend nutzen Geschäftsreisende unser Hotel“, führt Ramsperger aus. Die Auslastung sei zufriedenstellend, es gelte allerdings, den Beherbergungsbetrieb, der auch einen Tagungsraum bietet, auch künftig attraktiv zu halten. Die wirtschaftliche Grundlage sei entscheidend, um Arbeitsplätze zu erhalten und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderungen zu entwickeln.

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