Fördermittel für Projekt „MahlzeitSpessart“
In der neuen Zentralküche der „Heinzelmännchen“ in Altenhaßlau sollen künftig konsequent regionale Lebensmittel verarbeitet werden
Von Weide oder Acker direkt auf den Teller – dass die Nutzung regionaler Lebensmittel viele Vorteile hat, ist klar: Frische, Nährstoff-Erhalt, kurze Transportwege, bessere Wertschöpfung und mehr. Um die konsequente Verwendung regionaler Lebensmittel bei der Zubereitung von Gemeinschaftsverpflegung für Kitas, Schulen, Seniorenheimen und weiteren Einrichtungen im Main-Kinzig-Kreis geht es bei „MahlzeitSpessart“, einem Projekt des Vereins SPESSARTregional und der Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service GmbH. Das Vorhaben wird insgesamt mit 283.261 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert.
Natürlich: Äpfel frisch vom Baum, Erdbeeren vom Feld und Salat oder Gemüse direkt aus dem Beet schmecken super und dienen der Gesundheit. Wie aber können die passenden Verarbeitungs- und Lieferketten etabliert werden, damit auch kleine und mittlere Produzenten und Unternehmen in ein verlässliches System der Abnahme ihrer Waren und Dienstleistungen integriert werden können? Im Zuge des Projekts „MahlzeitSpessart“ sollen eben jene Strukturen geschaffen und verstetigt werden, erläutert Charlina Babylon, die das Projekt seitens der Heinzelmännchen begleitet.
Experimentierküche für neue Produktlinien
Die Heinzelmännchen Hausdienstleistungen Service GmbH ist ein Tochterunternehmen der BWMK gGmbH. Das Sozialunternehmen unterstützt Menschen mit Behinderungen in vielfältiger Weise bei der Teilhabe in der Gesellschaft – das betrifft selbstverständlich auch die Bereiche Bildung und Arbeit. Zu den zahlreichen Berufsfeldern, die das BWMK anbietet, zählt unter anderem die Gastronomie. Die Heinzelmännchen können auf langjährige Erfahrungen in der Gemeinschaftsverpflegung zurückblicken und versorgen aktuell 25 Schulen sowie Kitas und Kantinen im Main-Kinzig-Kreis täglich mit ausgewogenen Mahlzeiten. „Hier ergeben sich viele Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, ihre Fähigkeiten einzubringen und aktiver und anerkannter Teil der Arbeitswelt zu sein“, so BWMK-Geschäftsführer Martin Berg. So könnten Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden.
Jetzt stehen die Heinzelmännchen vor dem Beginn einer neuen Ära: Mit dem Bau einer neuen Zentralküche in Linsengericht-Altenhaßlau, die im Sommer 2026 in Betrieb gehen soll, werden die Kapazitäten auf bis zu 5000 Essen täglich erhöht. Überdies umfasst der Komplex auch eine Experimentierküche, in der neue regionale Spezialitäten und Produktlinien entwickelt werden sollen.
Bundesministerium: Projekt mit Vorbildcharakter
„Genau der richtige Zeitpunkt also, um ein zukunftsweisendes Projekt wie MahlzeitSpessart auf den Weg zu bringen“, sagt Dominik Brasch, Vorstandsvorsitzender von SPESSARTregional. Der Verein engagiert sich seit 1995 dafür, den hessischen Spessart als Lebens- und Arbeitsraum zu stärken und diese ländliche Region zukunftsfähig zu gestalten. Zu den Mitgliedern zählen 20 Kommunen im östlichen Main-Kinzig-Kreis, Organisationen und Unternehmen. Neben dem Engagement von SPESSARTregional und „Heinzelmännchen“ ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Amt für den ländlichen Raum des Main-Kinzig-Kreises, der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern, dem Kreisbauernverband Main-Kinzig und dem Landschaftspflegeverband Main-Kinzig geplant.
Insgesamt ist „MahlzeitSpessart“ ein Vorhaben, das offenkundig Signale setzt:
Die jetzt bewilligten Fördermittel stammen aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus). Damit unterstützt das Ministerium nach eigenem Bekunden Projekte, „die Vorbildcharakter haben und Impulse für ländliche Regionen in ganz Deutschland geben“. Bundesminister Alois Rainer (CSU) überreicht die Förderbescheide an die ausgewählten Projekte während der Grünen Woche vom 16.-25. Januar 2026 in Berlin.
