Ein Arbeitsumfeld, das verbindet

30 Jahre Heinzelmännchen Wäscheservice und Hausdienstleistungs GmbH / Erster Inklusionsbetrieb des BWMK beschäftigt heute rund 120 Menschen mit und ohne Behinderung

Mit Spaß bei der Arbeit: Heute sind in der Heinzelmännchen-Wäscherei rund 120 Menschen beschäftigt.

Montagmorgen, Frühschicht bei den Heinzelmännchen in Wächtersbach: Wäsche-Container reihen sich aneinander, aus der Halle dringt das gleichmäßige Rauschen der Maschinen. Hände packen an, sortieren, prüfen – eingespielt, konzentriert, gemeinsam. Am Werk ist ein Team, so vielfältig wie die Wäscheberge selbst. Hier zählt jeder Handgriff. Und jeder Mensch. Was heute wie ein perfekt abgestimmter Ablauf wirkt, begann vor drei Jahrzehnten mit Mut, Überzeugung und einer klaren Vision.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung des BWMK beweisen Mut und Weitsicht: Sie gründen 1996 mit der Heinzelmännchen Wäscheservice und Hausdienstleistungs GmbH den ersten Inklusionsbetrieb des Sozialunternehmens. Die ersten Trockner und Waschmaschinen werden in einem Gewerbebau im Rückmühlenweg 24 in Bad Soden-Salmünster aufgestellt. Die Belegschaft ist überschaubar, aber hochmotiviert.
Insbesondere Martin Berg, der den Betrieb vom Gründungstag an bis zum März 2026 als Geschäftsführer prägte, trug maßgeblich zur positiven Entwicklung bei. Sein Fokus: Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderungen zu schaffen und ihnen Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bieten. Der Dienstleistungssektor erweist sich als idealer Bereich, um diesen Teilhabe-Gedanken in die Tat umzusetzen.


Wäscheberge - damals wie heute.

Erste Aufträge für die noch junge Tochterfirma des BWMK kommen in der Kurstadt Bad Soden-Salmünster aus Kliniken und der Gastronomie: Tischdecken und Bettwäsche, später auch Bewohnerwäsche aus Einrichtungen wie dem Antoniusheim in Fulda.

Jürgen Müller, einer der Männer der ersten Stunde, erinnert sich: Wir haben uns jeden Auftrag erarbeitet – mit viel Einsatz und noch mehr Überzeugung.“ Der Betrieb wuchs schnell: zweite Waschstraße, Finisher, klar strukturierte Arbeitsbereiche. Orientierung und Teilhabe standen von Anfang an im Mittelpunkt.
Und so wurde der Platz in dem rund 900 Quadratmeter umfassenden Gewerbebau bald zu knapp. „Montags stand der Hof voller Container“, erzählt Müller. „Die passten einfach nicht mehr in die Halle.“ Es war der Moment, an dem klar wurde: Die Heinzelmännchen brauchen mehr Raum.


Der erste Spatenstich für den neuen Betriebsstandort in Wächtersbach.


2009: Umzug in die Industriestraße 36 nach Wächtersbach

Und so fällt die Entscheidung, eine neue Wäscherei zu bauen: 2009 zieht der Betrieb in ein modernes Industriegebäude nach Wächtersbach.
Eine herausfordernde Phase – beide Standorte laufen zeitweise parallel.
Mit Frank Brasch kam Anfang August 2014 ein neuer Betriebsleiter – und setzte direkt ein Zeichen. Ich bin der Neue“, stellte er sich vor, zog den weißen Kittel an – und legte los. In den ersten Monaten arbeitete er an allen Stationen selbst mit: „Ich habe gewaschen, sortiert, zusammengelegt. Ich wollte verstehen: Wie geht das hier?“
Heute verarbeitet der Betrieb rund 20 Tonnen Wäsche pro Tag. Für Brasch ist das mehr als Leistung: „Diese Auslastung bedeutet vor allem eins – Arbeit für Menschen mit und ohne Behinderung.“ Aktuell sind rund 120 Mitarbeitende in der Heinzelmännchen-Wäscherei tätig – davon haben rund die Hälfte eine Schwerbehinderung.
Was den Betriebsleiter besonders bewegt, ist die Vielfalt: „Wir haben hier Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Kulturen, Fähigkeiten. Und trotzdem – oder gerade deshalb – sind wir eine starke Truppe. Alle arbeiten an einem gemeinsamen Ziel.“

Dieser Teamgeist ist kein Zufall. Kulturkurse, für die das Unternehmen bereits ausgezeichnet wurde, stärken das Miteinander. Sie vermitteln Werte, Wissen und gegenseitiges Verständnis. „Es geht darum, wie wir zusammenarbeiten – nicht nur um das, was wir tun“, so Brasch.

Auch wirtschaftlich ist der Kurs klar. Artur Kusai, kaufmännischer Leiter, bringt es auf den Punkt: Wir setzen auf Dynamik und Innovation, um weiterhin für Stabilität und Nachhaltigkeit zu sorgen.“ Daher werde beispielsweise auch der Maschinenpark stetig modernisiert, um möglichst energieeffizient zu arbeiten.
Die Erzeugung von Ökostrom und die Nutzung von Elektrofahrzeugen sind bei den Heinzelmännchen ebenfalls selbstverständlich.
Auch auf den Kundendialog wird großer Wert gelegt: „Wir haben unseren Kundenstamm konsequent erweitert – vor allem im Gesundheitswesen“, erklärt Kusai. Kliniken, Krankenhäuser und Seniorenzentren gehören heute zu den wichtigsten Partnern.

Dabei sind die Heinzelmännchen längst mehr als eine Wäscherei. Wir bieten textile Vollversorgung“, sagt Kusai. „Von der Bereitstellung kompletter Wäsche-Sätze über das Abholen und Waschen bis hin zum Einräumen in die Schränke – Lösungen aus einer Hand.“


Der Betrieb am Standort Wächtersbach wurde stetig modernisiert und erweitert.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, um die Zukunft zu sichern
Diese Entwicklung ist auch auf dem Unternehmensgelände in der Industriestraße 36 in Wächtersbach sichtbar: 2016 wurde die Expeditionshalle erweitert – pünktlich zur 20-Jahr-Feier der Heinzelmännchen. 2020 folgte der Ausbau der Trocknerkapazitäten.
Der Blick richtet sich nach vorn. Eine moderne Wasseraufbereitungsanlage ist in Planung. Sie soll den Frischwasserverbrauch deutlich senken und den gesamten Prozess nachhaltiger machen. Doch Zukunft bedeutet bei den Heinzelmännchen mehr als Technik. Es geht um Menschen. Um Chancen. Um Entwicklung. Wir wollen uns weiter entwickeln – aber immer mit unserem Kern: Teilhabe-Möglichkeiten schaffen und Qualität gewährleisten“, so Kusai. Und Brasch ergänzt: Am Ende geht es darum, dass wir hier gemeinsam etwas schaffen. Jeden Tag.“
„Die Heinzelmännchen bieten ihren Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket – von der Abholung bis zur Lieferung. Doch ihr eigentlicher Wert liegt tiefer: in einem Arbeitsumfeld, das verbindet“, betont Frank Brasch.

https://www.heinzelmaennchen-gmbh.de/30-jahre-heinzelmaennchen/

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